{"id":170,"date":"2016-10-14T21:57:37","date_gmt":"2016-10-14T21:57:37","guid":{"rendered":"http:\/\/scoelde09.de\/?page_id=170"},"modified":"2018-01-30T18:01:38","modified_gmt":"2018-01-30T18:01:38","slug":"sco-der-superheld","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/scoelde09.de\/?page_id=170","title":{"rendered":"DER SUPERHELD"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_22\" aria-describedby=\"caption-attachment-22\" style=\"width: 286px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-22\" src=\"http:\/\/scoelde09.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/0109-227x300.jpg\" alt=\"Rahn im Nationaldress, vom SCO-Trikot kaum zu unterscheiden.\" width=\"286\" height=\"378\" srcset=\"http:\/\/scoelde09.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/0109-227x300.jpg 227w, http:\/\/scoelde09.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/0109.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 286px) 85vw, 286px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-22\" class=\"wp-caption-text\">Helmut Rahn im Nationaldress, das vom SCO-Trikot kaum zu unterscheiden ist. Dies kann kein Zufall sein.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fitti und Wolle Kleinelanghorst, Stefan, Andreas und Thorsten Fischer,\u00a0Papa und Sohn\u00a0Heitkamp, Papa und Sohn Heyland, dazu\u00a0die R\u00fcckert-, Rottkort-, Becker-, Brormann-\u00a0und Pinkerneilbr\u00fcder &#8211; der SCO hat ganze Familiendynastien an gro\u00dfen Helden der Moorwiese hervorgebracht. Hinzu kamen legend\u00e4re Einzelk\u00e4mpfer wie\u00a0Fritz Strunck, Albert Uthoff,\u00a0Oliver Haak, Michael Bisping und\u00a0Sascha Zirwes.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Doch HELMUT RAHN war mehr! Er war ein Weltmeister, ein Gr\u00fcnder der Bundesrepublik Deutschland.\u00a0Helmut Rahn\u00a0war\u00a0ein\u00a0Held der Moorwiese <em>und<\/em> des Wankdorf-Stadions. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In seiner Autobiografie: &#8222;Mein Hobby: Tore schie\u00dfen&#8220; erz\u00e4hlt Helmut Rahn von seiner Zeit beim SCO:<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Das Millieu des kleinen Vereins Altenessen 12 wollte mir nicht mehr so recht behagen. Vorsichtig streckte ich die F\u00fchler nach was Gr\u00f6\u00dferem aus.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Bekannter von uns war Kartoffelh\u00e4ndler und fuhr ab und zu auch Deputatkohlen f\u00fcr den Zollverein. Er hatte meine Unzufriedenheit schon lange bemerkt.<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eDu willst doch weiterkommen, Helmut\u201c, sagte er eines Tages. \u201eWechsle doch zu uns nach Stoppenberg. Wir sind spielerisch viel st\u00e4rker und au\u00dferdem eine Klasse h\u00f6her als Altenessen 12.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eDas sagen Sie so leicht. Ich wei\u00df nicht, wie ich da loskommen soll.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eProbier\u2019s doch wenigstens mal. N\u00e4chsten Sonntag spielen wir in Westfalen gegen Oelde 09. Da f\u00e4hrst Du einfach mit.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eAber n\u00e4chsten Sonntag spielt doch auch Altenessen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eMensch, bist Du auf den Kopf gefallen? Du wirst schon eine Ausrede finden. Es braucht ja niemand zu wissen, dass Du mit uns f\u00e4hrst.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eNa sch\u00f6n, ich will es versuchen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Tats\u00e4chlich schwindelte ich den Altenessenern vor, wir m\u00fcssten zu Hause Heu einfahren, um noch vor Beginn des schlechten Wetters alles in die Scheune zu bringen. In Wirklichkeit bestieg ich gemeinsam mit den Stoppenbergern ihren durch Holzvergaser angetriebenen Lastwagen und fuhr, von Gewissensbissen geplagt, mit nach Oelde. Dort trugen wir ein Freunschaftsspiel aus, das mir in mehr als einer Beziehung in lebhafter Erinnerung ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Als Mittelst\u00fcrmer lieferte ich eine gute Partie. Wir siegten 4:3. Drei von den vier Toren gingen auf mein Konto.<\/em><\/p>\n<p><em>[\u2026]<\/em><\/p>\n<p><em>Meine Antrittsvorstellung in Oelde wurde f\u00fcr einen anderen Spieler zum Schwanengesang: f\u00fcr den einheimischen Torwart! Ich sollte einen Freisto\u00df treten. Es hatte geregnet. Der Ball war schwer und nass. Ich lief an und haute eine Bombe in Richtung Kasten. Der Torwart bekam die Arme nicht mehr schnell genug hoch und kriegte das Gescho\u00df mit unheimlicher Wucht genaus ins Gesicht. Mit sechs Z\u00e4hnen zahlte er f\u00fcr seine etwas zu langsame Reaktion.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Spieler von Oelde waren anscheinend von meiner Leistung beeindruckt. Das sp\u00fcrte ich besonders deutlich bei der anschlie\u00dfenden Feier.<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;So einen wie Dich k\u00f6nnten wir hier gut brauchen!&#8220; meinten sie ein ums andere Mal. Ich h\u00f6rte mir das an, dachte aber nichts Besonderes dabei. Nach ein paar Tagen hatte ich das Gerede schon wieder vergessen.<\/em><\/p>\n<p><em>Nicht die Oeldener. Ich sa\u00df eines Nachmittags zu Hause beim Kaffeetrinken, da kreuzten pl\u00f6tzlich zwei Vorstandsmitglieder von ihnen bei mir auf. Sie machten mir allen Ernstes das Angebot, ihrem Verein beizutreten.<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Wir sind so gut wie Stoppenberg in der 1. Amateur-Klasse und haben alle Chancen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Ja, aber&#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Es gibt kein Aber. Wir besorgen Ihnen einen guten Arbeitsplatz und ein Zimmer. So&#8217;n junger Mensch wie Sie sollte ruhig mal die Tapete wechseln. Oder wollen Sie hier versauern?&#8220;<\/em><\/p>\n<p>N<em>ein, das wollte ich nicht. Die Aussicht auf Freiheit und Selbst\u00e4ndigkeit kitzelte mich gewaltig.<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Da m\u00fcssen Sie erstmal mit meinen Eltern sprechen&#8220;, sagte ich.<\/em><\/p>\n<p><em>Die beiden Herren sahen das ohne weiteres ein. Sie haben wohl mit Engelszungen gepredigt, denn weder Mutter noch Vater setzten meinem Wunsch, in die Fremde zu ziehen, ernstliche Schwierigkeiten entgegen.<\/em><\/p>\n<p><em>So siedelte ich f\u00fcr ein ganzes Jahr nach Oelde in Westfalen \u00fcber.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Vorstandsmitglieder hielten Wort. In der Zentrifugenfabrik <a href=\"http:\/\/www.westfalia-separator.com\/\">&#8222;Westfalia Separator&#8220;<\/a> besorgten sie mir einen angenehmen Job. In der Kontrollabteilung hatte ich Handzentrifugen, wie sie die Bauern zum Buttern brauchen, zu \u00fcberpr\u00fcfen und dann zum Verpacken weiterzugeben.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch das Zimmer, das man mir besorgt hatte, war ordentlich. Meine Wirtin bem\u00fchte sich r\u00fchrend um mich. Aber ich sp\u00fcrte doch, dass der Wirbel, den ich als junger Bursche und Fu\u00dfballspieler ins Haus brachte, manchmal ein wenig \u00fcber ihre Kr\u00e4fte ging. Sie war eine alte Frau, und Unruhe in jeglicher Form schlug sich ihr sofort auf den Magen.<\/em><\/p>\n<p><em>So siedelte ich eines Tages zu unsrem Torwart \u00fcber. Erich Hilker war nicht verheiratet und wohnte noch bei seinen Eltern. Die st\u00f6rte es nicht, wenn wir mal feierten.<\/em><\/p>\n<p><em>Im Verlauf der Meisterschaftsspele einer einzigen Saison scho\u00df ich 54 Tore. Oelde 09 r\u00fcckte auf den zweiten Platz in der 1. Amateur-Klasse nach vorn. Leider nutzte es nichts. Nur der Erste stieg auf.<\/em><\/p>\n<p><em>Hier in Oelde wurde ich praktisch auch als Rechtsau\u00dfen entdeckt. Bisher hatte ich immer Mittelst\u00fcrmer oder Halbrechter gespielt. Bei einem Trainingskampf rutschte ich sozusagen aus Versehene mal nach drau\u00dfen auf den rechten Fl\u00fcgel. &#8222;Mensch, Helmut, das ist Dein Platz!&#8220; hie\u00df es gleich.<\/em><\/p>\n<p><em>Von nun ab wurde ich fast nur noch als Rechtsau\u00dfen aufgestellt. Ich war gar nicht so bersonders erbaut davon. Halbst\u00fcrmer zu sein machte mir viel mehr Spa\u00df&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Willst Du denn immer in Oelde bleiben?&#8220; fragten mich gelegentlich Anh\u00e4nger von Essen-Katernberg. &#8222;Wenn Du zu uns kommst, bist Du in der Oberliga. Das ist doch ein ganz anderer Stiefel. Dann k\u00f6nntest Du auch wieder zu Hause wohnen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Durch einen Vereinswechsel in die Oberliga zu rutschen, war an und f\u00fcr sich keine schlechte Sache. Sportfreunde Katernberg war gerade aufgestiegen. Das letzte Wort sprachen auch in diesem Fall meine Eltern. Sie wollten mich wieder bei sich haben. Damit war die Angelegenheit perfekt.<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_110\" aria-describedby=\"caption-attachment-110\" style=\"width: 165px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-110\" src=\"http:\/\/scoelde09.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Rahntitel-Kopie-189x300.jpg\" alt=\"Helmut Rahns Autobiografie\" width=\"165\" height=\"262\" srcset=\"http:\/\/scoelde09.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Rahntitel-Kopie-189x300.jpg 189w, http:\/\/scoelde09.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Rahntitel-Kopie-768x1216.jpg 768w, http:\/\/scoelde09.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Rahntitel-Kopie-647x1024.jpg 647w, http:\/\/scoelde09.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Rahntitel-Kopie-1200x1901.jpg 1200w, http:\/\/scoelde09.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Rahntitel-Kopie.jpg 1324w\" sizes=\"auto, (max-width: 165px) 85vw, 165px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-110\" class=\"wp-caption-text\">Rahns Autobiografie<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sp\u00e4ter in seiner Autobiografie erw\u00e4hnt unser Helmut den SCO noch einmal. Rahn ist inzwischen Weltmeister und im Endspiel gegen Kaiserslautern mit Rot-Wei\u00df Essen ganz frisch Deutscher Meister des Jahres 1955 geworden. In Hannover nimmt er die Ehrennadel des DFB in Empfang und f\u00e4hrt mit dem Zug zur\u00fcck nach Essen. Dabei macht der Zug au\u00dferplanm\u00e4\u00dfig extra auch\u00a0in Oelde\u00a0Halt:<\/p>\n<p><em>&#8222;In Oelde, meiner Wirkungsst\u00e4tte seligen Angedenkens, wurde der Zug extra angehalten. Etliche Flaschen Wein und Blumen wurden mir ins Abteil gereicht. In Hamm standen Hunderte auf dem Bahnsteig, um den neuen Deutschen Meister zu begr\u00fc\u00dfen.&#8220; (Helmut Rahn, Mein Hobby: Tore schie\u00dfen&#8220;, DVA M\u00fcnchen, 2004, Seite 18-21 \/ 129)<\/em><\/p>\n<p><em>Mehr \u00fcber Helmut Rahns Zeit beim SC Oelde 09, insbesondere \u00fcber die Argumente, mit denen der SCO ihn damals nach Oelde lockte,\u00a0siehe das <a href=\"http:\/\/scoelde09.de\/?page_id=143\">Interview mit Albert Uthoff<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fitti und Wolle Kleinelanghorst, Stefan, Andreas und Thorsten Fischer,\u00a0Papa und Sohn\u00a0Heitkamp, Papa und Sohn Heyland, dazu\u00a0die R\u00fcckert-, Rottkort-, Becker-, Brormann-\u00a0und Pinkerneilbr\u00fcder &#8211; der SCO hat ganze Familiendynastien an gro\u00dfen Helden der Moorwiese hervorgebracht. Hinzu kamen legend\u00e4re Einzelk\u00e4mpfer wie\u00a0Fritz Strunck, Albert Uthoff,\u00a0Oliver Haak, Michael Bisping und\u00a0Sascha Zirwes. Doch HELMUT RAHN war mehr! Er war ein Weltmeister, &hellip; <a href=\"http:\/\/scoelde09.de\/?page_id=170\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDER SUPERHELD\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-170","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/scoelde09.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/170","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/scoelde09.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/scoelde09.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/scoelde09.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/scoelde09.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=170"}],"version-history":[{"count":27,"href":"http:\/\/scoelde09.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/170\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1198,"href":"http:\/\/scoelde09.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/170\/revisions\/1198"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/scoelde09.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=170"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}